Gispen- und Blaseninhaltsanalysen
Als verlässliches Prüflabor bieten wir unseren Kunden routinemäßig auch Gispen- und Blaseninhaltsanalysen an.
Die typische Blaseninhaltsanalyse erfolgt mittels Gaschromatographie, Massenspektroskopie und/oder Raman-Spektroskopie und umfasst die Gase H2, Ar, O2, N2, CO2, SO2, CO, COS, H2S, CH4 sowie H2O.
In diesem Kontext ist es besonders wichtig, dass bei der Blaseninhaltsanalyse alle Gase, explizit auch alle oben genannten Schwefelmodifizierungen, sowie der Druck analysiert werden, da nur so eine aussagekräftige Ursprungsdeutung möglich ist.
Zusätzlich zur Gasinhaltsanalyse untersuchen wir mittels Mikroskopie auch die Innenoberfläche (z.B. Kristalle oder Tröpfchen) sowie Form, Größe und Lage der Gispen bzw. Blasen und können so Tipps geben, wie man diese Gaseinschlüsse in Zukunft vermeiden kann.
Wenn im direkten Umfeld des Blasen- und Gispenbereichs noch weitere Auffälligkeiten wie z.B. Schlieren oder Partikel ermittelt wurden, führen wir zudem eine REM-EDX-Untersuchung durch, um so möglicherweise zusätzliche Hinweise auf die Blasenentstehung zu erhalten.
Anhand der von uns durchgeführten makro- und mikroskopischen Untersuchungen, der Ergebnisse der Blaseninhaltsbestimmung sowie der vom Auftraggeber erhaltenen Informationen, wie z.B. Parameter der Schmelzwanne und Rohstoffe sowie Scherbenqualitäten, nehmen wir eine Interpretation der Ergebnisse vor. Hierdurch ist eine Deutung des Ursprungs der Blasenbildung möglich, so dass wir Vorschläge erarbeiten und übermitteln können, welche Schmelzmodifikationen vorzunehmen sind, um die Blasenbildung zukünftig zu vermeiden.
Von Zeit zu Zeit analysieren wir ganz besondere Blasen, sogenannte Vakuumblasen (auch Vakuolen genannt), das sind Blasen ohne kristallinen oder gasförmigen Inhalt. Sie entstehen, wenn das Glas bei der Produktion zu schnell abkühlt. Diese speziellen Blasen sind während des Formungsprozesses noch nicht vorhanden, sondern entstehen erst danach. Physikalisch und chemisch gelöste Gase im Glas haben keine Möglichkeit (hohe Viskosität, niedrige Temperatur, keine Zeit), in diesen Hohlraum zu diffundieren. Diese Blasen können auch nicht mehr aufsteigen (Viskosität > log 10^7,6). Unsere Analysen ergaben keine Kristalle und keinen Gasgehalt, sie sind also leer.
Eine weitere Besonderheit der Vakuolen ist, dass diese beim Wiedererhitzen des Glases auf eine Temperatur von ca. 650 °C – 680 °C blitzartig wieder verschwinden. Einer unserer IGR-Kunden hat uns hierzu ein Video zur Verfügung gestellt, in dem dieser Vorgang genau beobachtet werden kann.
Wie? Achten Sie beim Betrachten des Videos auf die zwei hellen Punkte links und rechts. Die erste Blase (links) verschwindet bei Sekunde 16, die zweite (rechts) ist bei Sekunde 28 nicht mehr vorhanden.
Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.
Das IGR-Team freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrem Unternehmen.